SCHUHMACHER SEIT 1718
Mehr als 300 Jahre Schuhmacherhandwerk
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Die Geschichte der Schuhfabrik Van Bommel beginnt am 12. Dezember 1718. An diesem Tag tritt der zwanzigjährige Adriaen van Bommel der Schuhmacherzunft von Breda bei. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits acht Jahre lang das Handwerk bei Schuhmachermeister Bernaert Verhoeven gelernt und darf sich fortan selbstständig Schuhmacher nennen. Sechs Jahre später wird auch sein Bruder Christiaen Mitglied der Zunft. Es ist der Beginn eines Familienunternehmens, das mehr als drei Jahrhunderte später noch immer besteht. |
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwindet durch die Globalisierung nahezu die gesamte niederländische Schuhindustrie. Zu Beginn der Karriere von Frans van Bommel gibt es in den Niederlanden noch 227 Schuhfabriken. Am Ende bleibt davon nur eine übrig: die Schuhfabrik Van Bommel. Das Unternehmen hält an seiner eigenen Fabrik und an dem handwerklichen Können fest, das dort über Generationen hinweg aufgebaut wurde.
In den 1980er-Jahren entscheidet sich Frans van Bommel ganz bewusst dafür, die eigene Marke weiter zu stärken. 1996 führt er zusätzlich eine kleine, modischere Linie ein, benannt nach seinem mittleren Sohn: Floris van Bommel. Was als Sublabel neben dem klassischen Van Bommel beginnt, entwickelt sich zu einer eigenständigen Marke. Floris selbst steigt Ende 1999 in das Familienunternehmen ein und beschäftigt sich mit den Kollektionen und der Kommunikation. 2008 werden erstmals ebenso viele Schuhe von Floris van Bommel verkauft wie von Van Bommel. Heute steht die neunte Generation an der Spitze der Schuhfabrik Van Bommel: die Brüder Reynier, Pepijn und Floris van Bommel. Das Unternehmen führt sowohl die klassische Marke Van Bommel als auch Floris van Bommel und fertigt noch immer einen wichtigen Teil seiner Schuhe in der eigenen Fabrik in Moergestel. Die letzte verbliebene Schuhfabrik der Niederlande. Seit Adriaen van Bommel 1718 seinen ersten Schuh fertigte, hat sich vieles verändert. Von einer Schuhmacherwerkstatt in Breda zu einem modernen Schuhhersteller, von einem einzelnen lokalen Schuhmacher zu neun Generationen. Eines ist jedoch gleich geblieben: Das Unternehmen befindet sich noch immer im Besitz derselben Familie und das Schuhmacherhandwerk bildet nach wie vor seinen Kern. Mehr als 300 Jahre später gehört die Schuhfabrik Van Bommel damit zu den ältesten Familienunternehmen der Niederlande und ist zugleich die letzte verbliebene Schuhfabrik einer Industrie, zu der einst Hunderte niederländische Hersteller gehörten. |
In den folgenden Generationen wird das Schuhmacherhandwerk immer wieder weitergegeben. Was als kleine handwerkliche Schuhmacherei beginnt, entwickelt sich im 19. Jahrhundert zu einem stetig wachsenden Unternehmen. Der Absatzmarkt wird größer, die Produktion professioneller und gegen Ende des Jahrhunderts präsentiert sich Van Bommel bereits als Schuhfabrik. Im 20. Jahrhundert hält schließlich die Mechanisierung endgültig Einzug.
Inzwischen hat Van Bommel seinen Sitz in Moergestel, wo die Fabrik noch immer mitten im Ort steht. Von hier aus übersteht das Familienunternehmen zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und tiefgreifende Veränderungen in der Schuhindustrie. Während des Zweiten Weltkriegs muss die Fabrik sogar für ein Jahr schließen. Es ist die einzige Unterbrechung der Schuhproduktion in mehr als drei Jahrhunderten.